Wie dein Motivationsschreiben zum Erfolgsfaktor wird

Herzliche Gratulation! Du nimmst dir die Zeit, dich intensiv mit deinen Bewerbungsunterlagen und vor allem mit deinem Motivationsschreiben auseinanderzusetzen. Es freut mich, dass ich dich bei diesem wichtigen Schritt in Richtung «erfolgreiche Bewerbung» unterstützen kann. In diesem Artikel geht es darum, ein Motivationsschreiben zu entwerfen, das dich von den anderen Bewerbern abhebt und deine Chancen auf deine Traumstelle deutlich verbessert.

Beginnen wir gleich mit dem Wesentlichen. Erfolgreiche Bewerber unterscheiden sich in drei Punkten von den anderen:

  • Sie kennen ihre Stärken und haben eine klare Positionierung
  • Ihre Bewerbungsunterlagen heben sich von anderen ab
  • Sie sind digital präsent und gut vernetzt

Das Motivationsschreiben ist ein wichtiger Teil der Bewerbungsunterlagen. Hier hast du die Möglichkeit, deine Stärken und deine Positionierung aufzuzeigen. Im Motivationsschreiben haben Inhalte Platz, die über den Lebenslauf nicht transportiert werden können. Ein wichtiger Inhalt ist dein «WARUM». Simon Sinek, der mit seinen Vorträgen und Büchern Welterfolge feiert, fasst es wie folgt zusammen:

«Erfolgreiche Menschen kommunizieren vom inneren zum äusseren Kreis. Sie beginnen mit dem Warum und gehen über das Was zum Wie. Das unterscheidet sie von weniger erfolgreichen Menschen.»

Die Rede ist hier von seinem «golden circle», wie er es nennt.

Die zentrale Frage ist also: «Warum tust du, was du tust?» Und genau dieses Warum muss in der Bewerbung und im Motivationsschreiben beantwortet werden. Warum möchtest du den Job? Warum in dieser Firma? Und warum soll man dich einstellen? Hier geht es um Emotionen, Motivation und Leidenschaft.

Natürlich sollen auch das WIE (du arbeitest) und WAS (du mitbringst) Platz haben. Aber das WARUM macht den Unterschied. Hier liegen die Emotionen und diese sind zentral bei der Entscheidungsfindung.

„Denk beim Schreiben deiner Bewerbungsunterlagen immer an deine Zielgruppe.“

Egal ob Mensch oder Maschine – beide suchen die relevanten Informationen. Also hilf ihnen, diese so schnell wie möglich zu finden. Konkret heisst das:

  • Hebe wichtige Infos hervor
  • Arbeite mit den Keywords, die du im Inserat findest
  • Hilf dem Leser, alle wichtigen Infos schnell zu finden, indem du die Unterlagen gut strukturierst
  • Die wichtigsten Infos kommen an den Anfang
  • Liefere Argumente, die für dich sprechen
  • Beantworte mögliche «Warums» der Personaler (darauf gehe ich gleich noch ein)

Du sollst dem/der Lesenden das Leben so einfach wie möglich machen. 90% der Personaler prüfen Bewerbungen in weniger als 15 Minuten. Die meisten verschaffen sich in weniger als fünf Minuten einen Eindruck und bilden ihre Meinung. Deine Zeit ist also knapp.

Die Warums der Personaler

Das Motivationsschreiben gibt dir auch die Möglichkeit, Fragen zu beantworten, die dein Lebenslauf eventuell aufwirft. Niemand wird sich die Zeit nehmen, bei dir persönlich nachzufragen (ausser deine ist eine von nur drei Bewerbungen oder die einzige mit einem einigermassen passenden Profil), und unbeantwortete Fragen bergen das Risiko, dass deine Bewerbung auf dem falschen Stapel landet. Wechsle also die Sichtweise und frag dich, was sich Recruiter und Personaler für Fragen stellen, wenn sie deine Unterlagen prüfen. «Warum so lange arbeitslos / weg vom Stellenmarkt?», «Warum 20 Jahre in derselben Firma?», «Warum so viele Lücken im Lebenslauf?», «Warum so viele Stellenwechsel?», «Warum ein Branchenwechsel oder eine Neuorientierung?». Du siehst: Auch hier geht es um das Warum. Ich rate dir, die Gelegenheit zu nutzen und die Antworten gleich zu liefern, bevor die Fragen aufkommen.

Falls du Lücken im Lebenslauf hast, findest du auch hier wertvolle Tipps, wie diese zur Chance statt zum Stolperstein werden: Mut zur Lücke: Wie du mit Lücken im Lebenslauf erfolgreich umgehst

Ein gutes Motivationsschreiben passt auf eine Seite, ist prägnant und vor allem authentisch. Die Leser sollen dich darin kennenlernen und Dinge erfahren, die sie nicht im Lebenslauf lesen können. Es gibt viele Stimmen, die sagen, dass Motivationsschreiben nicht mehr zeitgemäss sind und verschwinden werden. Studien zeigen aber aktuell noch das Gegenteil: Gemäss Kienbaum stufen 71% der Personaler das Anschreiben nach wie vor als zentral ein.

Und nun lass uns konkret werden. Hier findest du eine Struktur und Tipps, wie dein Motivationsschreiben zum Erfolgsfaktor wird:

Dein Motivationsschreiben

Formales

Der Kopf des Schreibens enthält deine Kontaktdaten sowie die Anschrift des Empfängers. Falls du dich auf ein Inserat bewirbst, achte darauf, dass du die Tonalität übernimmst. Dazu gehört auch, dass du auf jeden Fall die Du-Form wählen solltest, wenn das Inserat so aufgesetzt ist. Die Anrede könnte dann lauten:

  • Liebe Erika
  • Guten Tag, Erika
  • Hallo liebes Muster-Team

In den Betreff des Schreibens kommt die Stelle sowie die Quelle, wo du das Inserat entdeckt hast. Also z.B. «Sachbearbeiterin Rechnungswesen (80-100%), jobs.ch».

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Einstieg

Das hier ist wichtig, vielleicht das Wichtigste überhaupt: Beginne mit einem Satz, der zum Weiterlesen anregt und der deine Bewerbung von den anderen abhebt. Hier kommt dein WARUM ins Spiel. Also raus mit den langweiligen Floskeln und Phrasen wie «mit grossem Interesse habe ich Ihr Inserat gelesen».

Wähle stattdessen eine Einleitung, die

  • dein «Warum» enthält
  • etwas Persönliches über dich verrät
  • zum Unternehmen passt
  • überrascht
  • mutig ist
  • Emotionen und Leidenschaft ausstrahlt
  • Neugier weckt

Erzähl eine Geschichte

Sehr geehrte Frau_______
Schon als kleines Baby hat man mich aus dem Krankenhaus mit einem ___ abgeholt und ich habe bereits einige Generationen Ihrer Autos erlebt. Sie sehen, meine Eltern haben mir viele wichtige Werte mit auf den Weg gegeben.

Zeige Emotionen

Sehr geehrter Herr ______
Als ich Ihre Stellenanzeige gelesen habe, hat mich diese nicht nur einfach angesprochen, sie hat mich begeistert!

Nimm Bezug auf einen Kontakt

Sehr geehrte Frau _______
Herzlichen Dank für das freundliche Telefongespräch vom letzten Freitag. Unser Gespräch hat mich sehr beeindruckt und meinen Wunsch bestärkt, für Ihr Unternehmen zu arbeiten.

Nimm Bezug zum Unternehmen

Sehr geehrter Herr ______
Ihr Unternehmen steht für Innovation und Leidenschaft. Da haben wir bereits etwas gemeinsam!

Überzeuge durch Argumente

Sehr geehrte Frau __________
ich möchte Ihnen gleich zu Beginn drei Gründe nennen, warum Sie von mir als neuem Mitarbeiter profitieren werden: 1. …

Thematisiere deine persönlichen Umstände

Sehr geehrter Herr __________
Nach drei Jahren, die ich vollumfänglich und mit grosser Hingabe meiner Familie und meinen Kindern gewidmet habe, möchte ich nun wieder Fuss fassen im Arbeitsleben. Ich bin auf der Suche nach einer Herausforderung, die keine Lücke lässt, sondern die ich mit Begeisterung und Leidenschaft erfüllen kann. Die ausgeschriebene Stelle hat mein Interesse geweckt und ich bin überzeugt, dass ich meine Qualifikationen und mein Know-how bei Ihnen optimal einbringen kann.

Mittelteil

Nachdem du nun die Aufmerksamkeit hast, geht es im Mittelteil darum zu zeigen, dass du die richtige Person für den Job bist. Nimm also unbedingt nochmals das Inserat zur Hand und geh über alle Punkte, die gefordert sind. Die Inhalte sollen die Arbeit deines Gegenübers leichter machen, indem sie eine Übersicht aller Eckdaten, Argumente und deiner Kompetenzen geben. Nutze entsprechend auch die Keywords aus dem Anforderungsprofil.

Betrachte diesen Teil als Marketing in eigener Sache. Hier haben unbedingt auch Erfolge Platz. Weise auf erfolgreiche Projekte hin, die du abschliessen konntest, besondere Kundenfeedbacks oder Einsparungen, welche du in der Vergangenheit erzielen konntest. Falls es Zahlen dazu gibt, die du auch veröffentlichen darfst, helfen diese dabei, Vertrauen zu gewinnen!

Achte aber dennoch darauf, bescheiden zu bleiben und nur Informationen anzugeben, die den Tatsachen und deiner Person entsprechen.

Schluss

Abschliessen kannst du das Schreiben mit einem Schlusssatz, wie z.B.:

  • Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.
  • Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich darauf, Sie persönlich kennenzulernen.
  • Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.

Lass hier auf jeden Fall den Konjunktiv weg! Würde, könnte, usw. gehören hier nicht hin.

Beende das Motivationsschreiben mit freundlichen Grüssen und deiner Signatur. Optional kannst du auch noch auf den Anhang verweisen. Meist ist dafür aber nicht mehr genügend Platz vorhanden. Dann verzichte auch gerne darauf.

Nun wünsche ich dir viel Erfolg bei der Umsetzung und deinen Bewerbungen!

Deine Sybille

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