Verdeckter Stellenmarkt: So findest du die verborgenen Schätze

60 – 70 % der freien Stellen werden nie ausgeschrieben. Und wie man es auf dem Wohnungsmarkt schon kennt, werden die richtig tollen und interessanten Stellen oft nicht inseriert, sondern gehen unter der Hand weg. Wie du trotzdem an die Stellen und Informationen kommst und wie der verdeckte Stellenmarkt funktioniert, erfährst du hier.

 

Der Stellenmarkt ist dynamisch wie nie zuvor. Es entstehen laufend neue Berufe, Stellenbezeichnungen und Spezialisierungen. Und auch die berufliche Mobilität nimmt laufend zu. Seit 2014 ist ein regelmässiger Anstieg der Personen, welche die Stelle wechseln, zu beobachten. 2021 wechselten in der Schweiz insgesamt 12.4 % der Erwerbstätigen die Stelle. Wobei die Mobilität bei den 25- bis 39-Jährigen sehr stark zunahm, bei den älteren Personen etwas weniger. (Quelle: BfS, Arbeitsmarktindikatoren 2022).

„Offene Stellen werden ausgeschrieben.“ So die weitläufige Meinung. Neben diesem offenen Stellenmarkt gibt es aber auch den sogenannten verdeckten Stellenmarkt. Studien zeigen, dass 60 – 70 % der freien Stellen nicht ausgeschrieben werden. Zu diesem Grossteil der Stellen gibt es entsprechen nie eine öffentliche Ausschreibung, auf die du dich bewerben kannst.

Soweit die schlechte Nachricht. Die gute ist aber, dass man sich auf dem verdeckten Stellenmarkt nicht gegen 200 andere Bewerber*innen durchsetzen muss. Diese Chance gilt es, zu nutzen!

 

Wie du auf dem verdeckten Stellenmarkt deinen Traumjob findest

1. Spontan- oder Initiativbewerbungen

Spontan- bzw. Initiativbewerbungen haben den Vorteil, dass man auf attraktive Stellen stossen kann, die (noch) nicht ausgeschrieben sind. Schätzungsweise werden 15 – 20 % aller Stellen aufgrund Initiativbewerbungen vergeben.

Natürlich, wenn keine Stelle frei ist, fruchtet die Bewerbung nicht. Aber viele Arbeitgeber fragen nach, ob sie das Dossier behalten dürfen und vielleicht ergibt sich schon bald eine Möglichkeit. Ist eine Stelle frei oder in Aussicht, ist die Chance auf Erfolg dafür natürlich viel höher, da man nicht einer von hundert Bewerbern ist.

👉 Tipp: Ein guter Zeitpunkt um die Anschreiben zu versenden ist übrigens Anfang Monat. Da sind die Kündigungen des Vormonats bekannt und wer weiss, vielleicht wurde gerade jetzt deine Traumstelle frei?

„Recherchieren ist das A und O“

Bei Initiativ- oder Spontanbewerbungen ist die Recherche das A und O. Im ersten Schritt geht es darum herauszufinden, für welche Unternehmen du überhaupt gerne arbeiten würdest. Folgende Fragen können hier hilfreich sein:

  • Welche Branchen interessieren mich?
  • Welche Firmen gibt es in diesen Branchen und welche finde ich spannend?
  • Welche Firmen haben interessante Stellen ausgeschrieben?
  • Recherche von z.B. Top-Arbeitgebern
  • Wo arbeiten Freunde, Bekannte usw. und sind zufrieden?

Sobald du weisst, an welche Firma du deine Bewerbung senden möchtest, geht die Recherche weiter:

  1. Offene Stellen: Schau dir an, welche Stellen aktuell ausgeschrieben sind. Das gibt dir einen ersten Eindruck davon, in welchen Bereichen das Unternehmen Verstärkung sucht und wo der Fokus liegen könnte.
  2. Geschäftsfelder: Recherchiere, in welchen Geschäftsfeldern die Firma tätig ist. Was produzieren sie oder welche Dienstleistungen bieten sie an? Wie sieht die Zielgruppe des Unternehmens aus? Wo ist die Firma tätig? Diese Informationen werden dir helfen aufzuzeigen, in welchen Bereichen du mit deinen Fähigkeiten unterstützen kannst.
  3. Wie passen du und das Unternehmen zusammen: Das ist zum Schluss die zentrale Frage. Welche Ressourcen und Fähigkeiten bringst du mit, damit das Unternehmen weiterkommt.
  4. Aktuelles und Medien: Spannend ist auch die Recherche darüber, was andere zu dem Unternehmen zu sagen haben. Was findest du im Internet, in Branchenmagazinen oder Zeitungen für Informationen?
  5. Empfänger: Gerade bei der Initiativbewerbung ist es wichtig, dass diese bei der richtigen Person landet. Rufe vorher an und frage nach, wer in der Personalabteilung für den Fachbereich verantwortlich ist, für den du dich interessierst. Im besten Fall kannst du auch bereits mit dieser Person sprechen und hinterlässt bereits den ersten guten Eindruck.

Tipps, wie du ein überzeugendes Motivationsschreiben erstellst, findest du hier.

2. LinkedIn

Ein aussagekräftiges Profil auf Social Media und insbesondere auf LinkedIn ist heutzutage unerlässlich. Stell sicher, dass du dich und deine Arbeitssuche sichtbar machst. Einerseits um deine Initiativbewerbung zu unterstützen, aber auch, um proaktiv von Arbeitgebern gefunden zu werden.

5 Tipps für dein erfolgreiches LinkedIn-Profil

1. Ansprechende Bilder und aussagekräftiger Profil-Slogan

LinkedIn ist ein Business-Netzwerk. Verwende für das Profilbild unbedingt professionelle Fotos und keine Urlaubsbilder oder Schnappschüsse. Dein Titelbild soll dich zusätzlich in Szene setzen und hebt dich von anderen Profilen ab. Überlege dir gut, was du vermitteln willst. Ein tolles Tool um ein Titelbild zu erstellen ist übrigens Canva.

Wenn du beim Profil-Slogan nichts einträgst, übernimmt LinkedIn automatisch deine aktuelle Jobbezeichnung. Das ist auch der Grund, warum das bei den meisten Profilen der Fall ist. Das hat aber leider mehrheitlich keine grosse Aussagekraft, ist oft langweilig und differenziert dich nicht von anderen Bewerbern.

Viel besser ist es, hier etwas Ansprechendes und Aussagekräftiges über dich und deine Expertise zu verwenden. Falls du einen Slogan hast, kann der hier eingefügt werden. Was ich nicht empfehle ist es, Sprichwörter zu verwenden.
Der Profil-Slogan ist auch eine gute Gelegenheit, um Keywords und Stichwörter zu platzieren, mit denen du gefunden werden willst.

Wenn man bei der LinkedIn Suche z.B. «Social Media Managerin» eingibt, kommen viele Einträge mit «XYZ, Social Media Manager bei Muster AG». Was denkst du, bewirkt ein Eintrag bei dem steht «XYZ, Social Media Managerin | Digitale Marketing Enthusiastin mit einer Leidenschaft für Bücher.»

 

2. About (Info)

Dieser Punkt ist für fast alle der schwierigste und wird darum auch gerne einfach weggelassen. Kann man machen. Sollte man aber nicht! Du hast hier mit 2’500 Zeichen die Möglichkeit, etwas über dich und deine Expertise zu schreiben. Die ersten drei Zeilen sollen die Leser neugierig machen, damit sie dann auch weiterlesen.

Hier kannst du Informationen (und Keywords) reinpacken, die sonst keinen Platz haben. Was macht dich als Arbeitnehmer/in, Mitarbeiterin und als Mensch aus? Welche Erfahrungen und Erfolge bringst du aus der Vergangenheit mit? Was sind deine Erwartungen an die Zukunft?

Schreib diesen Teil unbedingt in der Ich-Form und strukturiere ihn gut. Er soll ansprechend und leicht zu lesen sein.

 

3. Berufserfahrung

Führe hier die Jobs und Aufgaben auf, welche für dich und deine Laufbahn relevant sind. Es interessiert hier niemanden, wie du z.B. dein Studium finanziert hast. LinkedIn bietet in diesem Bereich die Möglichkeit, Videos, Medien oder Präsentationen einzubinden. Falls du entsprechende Dokumente hast, die relevant sind, nutze diese Möglichkeit unbedingt.
Führe bei den verschiedenen Stellen auch jeweils die Details auf wie deine Aufgaben, Projekte, in denen du mitgewirkt hast, usw.
Falls immer möglich, füge den Arbeitgeber so ein, dass beim Eintrag das Logo erscheint.

 

4. Kenntnisse

Trage hier so viele jobrelevante Kenntnisse wie möglich ein. Überlege dir auch, welche Kenntnisse für deinen künftigen Traumjob relevant sind und falls du sie aufweisen kannst, trage sie ein. Du kannst maximal 50 Begriffe eingeben, drei davon definierst du als Top-Skills. Überlege dir gut, welche das sind und nach welchen Begriffen Recruiter suchen könnten.

 

5. Netzwerk

Ein Profil mit vielen Kontakten erreicht nicht nur eine grössere Reichweite, sondern macht auch einen guten Eindruck bei Recruitern. Zudem steht die Chance auch grösser, dass man gemeinsame Kontakte hat. Und das führt unweigerlich zu einem Gefühl von Nähe und Sympathie.
Baue dir dein Netzwerk systematisch auf. Überlege dir, mit welchen Personen du studiert und zusammengearbeitet hat und füge diese als Kontakte hinzu. Ausserdem schlägt LinkedIn dir Personen vor. Schau dir diese Vorschläge an und füge alle hinzu, welche du kennst.
Meine Empfehlung: Es geht hier nicht um Quantität, sondern um Qualität. Lasse nur Personen in dein Netzwerk, die du kennst oder mit denen du auch wirklich auf irgendeine Art im Kontakt stehst.

👉 Tipp: Versende alle Kontaktanfragen immer mit einer Nachricht. Die Chance, dass sie angenommen wird, ist um ein Vielfaches höher!

 

3. Persönliches Netzwerk nutzen

Nutze dein Netzwerk, um von offenen Stellen zu erfahren oder damit du sogar empfohlen wirst. Oft wird unterschätzt, wie schnell sich Neuigkeiten verbreiten und wie viele Türen sich plötzlich öffnen, wenn man erst mal über die eigene Situation spricht. Folgendes empfehle ich dir:

  • Erzähle deiner Familie, Freunden und Bekannten, dass du auf Jobsuche bist und auch, was du suchst.
  • Nutze auf LinkedIn die Option «open to work» und lass dein Netzwerk oder wahlweise auch nur die Recruiter wissen, dass du offen für eine Veränderung bist. Die Anleitung findest du hier.
  • Baue dein Netzwerk aus und auf. Kontaktiere Menschen, die in Firmen oder Positionen arbeiten, an die du hin möchtest.
  • Versuche über Freunde und Bekannte an Firmeninterne Stellenausschreibungen zu kommen.
  • Sprich allgemein mit ganz vielen Menschen über deine geplante Veränderung.

 

Nun wünsche ich dir gute Schatzsuche und viel Erfolg!

Deine
Sybille

 

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